Wednesday, 20. august 2008 3 20 /08 /Aug. /2008 08:56

Draussen schüttet es gerade. Schon seit Stunden regnet es ununterbrochen. Solchen Regen in so dauerhafter Konsistenz habe ich bisher selten erlebt. Tausende dünnerer und dickerer Bindfäden hangeln sich ununterbrochen von den Wolken auf die Stadt herab und auf der Strasse gurgeln ganze Bäche die kurze Anhöhe hinunter. Von draussen her prasselt ein angenehmer Laut in mein Zimmer herein; ideal, um wieder etwas in meinem Blog zu schreiben!

 

Bitte entschuldigt, dass ich schon lange nichts mehr geschrieben habe. Soviel war los, die Schule und das Level, das ich besuche, sind sehr anspruchsvoll. Meistens habe ich abends weder Lust noch Musse, lange Einträge zu schreiben… Heute Abend fühle ich mich aber sehr motiviert, wieder einmal zu schreiben. Kann das sein? Liegt es vielleicht am Wetter? Nun, die Sonne schien, bis auf ein paar kurze Ausnahmen, praktisch jeden Tag hier in Vancouver. Jetzt sind für diese Woche Regen und merklich kühlere Temperaturen vorausgesagt. Das heisst, anstelle T-Shirt, Bermudas und Sonnenbrille sind nun Jacke, lange Hose und Schirm angesagt

 

Leute, viel ist passiert in den letzten Wochen! Nur ganz kurz eine Zusammenfassung im Zeitraffer: Ich war in grungy Seattle, in den felsigen Rockies, auf einem Gletscher spaziert, beim Kayaken Seehunde und Seesterne „gejagt“, wundervolle Parks besucht, diese kreuz und quer durchwandert oder einfach kurzweilige Museen besucht, war im Kino, habe Wasserflugzeuge starten und landen gesehen, danach über (7) Hängebrücken balanciert, Squirrels aus der Nähe studiert, neugierige Bären verfolgt, äsende Hirsche gesucht, 3 sprudelnde Feuerwerke erlebt, auf einem Partyschiff hinaus in die Bucht gefahren, einen laaangweiligen Footballmatch verfolgt, mir am Strand einen Sonnenbrand geholt, die Schulter gezückt und dann dem Sonnenuntergang zugeschaut, lukullischen Fischspezialitäten aus Japan, Korea, China, Südamerika, den amerikanischen Südstaaten, Kanada und Frankreich, gefrönt, dabei neue Leute getroffen, alte mitgenommen, wir haben gesoffen, gequatscht, gelacht, Karaoke gesungen, über Gott und die Welt nachgedacht! Yeah… und in die Schule bin ich auch gegangen! Und viel, ganz viel gelernt. Ja. Uff.

 

Versteht ihr jetzt, warum ich nicht schreiben konnte? ;-)

 

Sieben Wochen sind jetzt vergangen.Nun bin ich der letzten Woche bei meiner Gastfamilie. Habe ich euch nicht erzählt, wie zurückhaltend die änfänglich zu mir gewesen sind? Und was für komische Regeln die hatten, an die man sich halten sollte? Oder zum Beispiel die Zettelchen, die Rita überall anheftet, wenn sie mir etwas mitteilen wollte? Wie furchtbar eintönig das Frühstück war, so dass ich Nutella, Joghurt und Frischkäse (und manchmal sogar Brot oder Milch besorgen musste, weil es entweder faul, sauer oder schlichtweg nicht vorhanden war)? Oder dass sie mich nicht bügeln lassen wollen, weil frühere Studenten mal zu dumm gewesen waren, ihr eigenes Hemd zu bügeln und dabei ein Loch in das Bügelbrett brannten? Nun muss ich stattdessen zum Reinigungsservice gehen und meine Hemden für $3.50 bügeln (leider inkl. Reinigung) lassen, nur weil sie nicht bügeln wollen.

Nun… das ist immer noch so.

Vielleicht haben die Zettelchen mit der Zeit nachgelassen und Rita und Hans sind auch nicht mehr so zurückhaltend. Ich habe sie richtig lieb gewonnen, diese beiden kauzigen alten Leute! Und wir reden mittlerweile viel miteinander. Wenn es um bestimmte Themen geht, die sie interessieren, wie Flugzeuge zum Beispiel. Oder die Olympiade oder Fischgerichte, dann werden sie sogar richtig gesprächig und wir können uns dann ziemlich lange über das chinesische AthletInnenteam lustig machen! Ich mochte Hans’ Art, sarkastisch zu sein und seine Begeisterung für den Modellflug und Ritas’ Geschäftigkeit und ihre britische, vornehme Art. Sie erinnerte mich sehr an’s Nani. Ich werde die Beiden echt vermissen. Das Abendessen war immer sehr gesund! Es gab Kartoffelstock, Kartoffelmus, Kartoffelgratin, Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Süsskartoffeln (die sind lecker) und dann und wann auch mal Pommes! Nur Rösti, die gab es nicht. Die wissen nicht recht, wie man das zubereitet – vielleicht habe ich es auch ein bisschen scary erklärt, wie man die Rösti wendet… Nun, mich lassen sie auch nicht an den Herd – na, weil ein Student mal ein Loch in die Decke gebrannt hat! ;-) Nein, jetzt übertreibe ich. War wirklich eine tolle Zeit mit den Hansons! Das einzige, was ich nicht vermissen werde hier, ist das Internet! Wirklich absolut mühsam. Ich glaube, trotz aller Ausreden, das war der hauptsächliche Grund für mein Nicht-Schreiben. Gerade will ich diesen Text uploaden… zum ko&%“#en!!!

 

Auch die Schule ist bald zu Ende. Viele tolle Leute, die ich zu Beginn kennen gelernt habe, gehen bald oder sind bereits nach Hause gegangen, wie Dimitry, Margit, Caroline, Pierre, Natalya, Viviana, Anna oder Judith. Neue Freunde mache ich zur Zeit nicht mehr so viele, weil ich bald die Schule verlassen werde. So geniesse ich die Zeit mit denjenigen, die ich (noch) kenne. Bereits vor zwei Wochen habe ich mir eine kanadische Flagge gekauft und jedes Mal, wenn ich mich gerade daran erinnere, bitte ich die Leute, ob sie mir nicht kurz etwas auf die „Fahne malen“. Ist so etwas wie Tradition bei vielen StudentInnen aus Südamerika. Ich fand das ganz witzig und bin nun auch dem Sprüchesammeln verfallen! Vielfach im Ausgang oder auf einem Ausflug werden dann Fahnen gezückt (ich frage mich, wie die Leute nach einer Runde Fahnen unterschreiben noch erkennen, welches ihr eigener Wimpel ist???) und in wildem Reigen, Gestikulieren und Kommentieren werden dann, nicht wenige schütten dann noch Bier darüber (darum: man nehme wasserfesten Filzstift) und reichen diese dann an die/den Copañera/Compañero weiter. Natürlich durfte ich auch mein Bier dazugeben! Meistens schreibe ich dann etwas auf Schweizerdeutsch – weil meine Leute ja auch auf Portugiesisch oder Spanisch schreiben! Es kommt dann auch vor, dass ich zur Freude aller vorlesen muss, was die geschrieben haben – naja, Schweizerdeutsch ist noch witziger zum Vorlesen…

 

Gestern hatte ich ein Date! Mit der Mexikanerin Paula, von der ich fast schon geglaubt habe, dass wir uns vollständig aus den Augen verloren hätten! Wir trafen uns zufällig im Bus und kamen wunderbar ins Gespräch. Beim Verabschieden einigten wir uns, dass wir uns bald wieder treffen würden. Es war ein toller Nachmittag. Wir tranken „Boba“ ein japanisches Teegetränk (mit Geleebohnen drin; furchtbar, aber lustig zu trinken), tranken Kaffee auf der Terrasse der Kunstgalerie Vancouvers, mitten in der Innenstadt und hatten ein paar tolle Diskussionen. Auch sie werde ich vermissen. Hoffentlich bleiben wir Brieffreunde. Wieder jemand mehr auf meiner „Fahne“ ;-)

 

Whow – im Word sind das schon wieder fast zwei volle A4-Seiten Text! Fotos werden bald welche folgen, denn ich will die noch uploaden, bevor ich hier in Vancouver abreise. Am Sonntag werde ich erst einmal für ein paar Tage in die Wildnis ziehen. 5 Tage im Urwald an der Westküste Vancouver Islands. 12 km Strand, viele kleine Buchten, Hunderte Inselchen, Quadratkilometerweise unberührten Nationalparkwald, Schwarzbären, Waschbären, Brombären, ein paar Gummibären und ich. Und übernächste Woche treffe ich ein paar alte Seebären auf dem Kreuzfahrtschiff!

 

Freumichdrauf! Hoffentlichistbisdanndaswetterwiederbesser!

Uffwiedasdraussenprasseltwieeingequassel!

 

Ceeee ya!

von Van Gohl
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Thursday, 17. july 2008 4 17 /07 /Juli /2008 04:16
Hallo Leute!

Die zweite Woche ist bereits Geschichte und mir fällt gerade auf, wie rasch die Zeit hier vergeht. Auch wenn die anfängliche Euphorie dem gewohnten Gefühl einer Art "Alltag" gewichen ist - Alltag ist hier doch kein einziger Tag! Jeden Tag treffe ich neue, spannende Leute und ich merke, wie rasch ich Fortschritte mache.
Die 2. Woche war ganz auf die Schule ausgerichtet. Hier in Vancouver arbeiten die Leute für gewöhnlich zwischen 9:00 und 18:00, Geschäfte sind auch am Wochenende von 7:00 bis teilweise 23:00 geöffnet und wir haben zwischen 9:00 und 17:00 Schule. Mittagessen, Lunch, ist zwischen 13:00 und 14:00. Es sind anstrengende Tage: am Vormittag wird mehrheitlich Grammatik, Syntax und Morpheme gelernt, das heisst, wir analysieren gemeinsam Besonderheiten der englischen Sprache, unterscheiden zwischen britischen und amerikanischen Ausdrücken, bilden aus den einzelnen Bausteinen abgeleitete Ausdrücke, erweitern unseren Wortschatz und wenden das Gelernte auch gleich wieder vertiefend an. Wir schreiben Texte, lesen vor und schauen oder hören kurze Video- und Audiosequenzen. Am Nachmittag wird Konversation geübt.Wir spielen Konversationsspiele und Rollensequenzen und/oder debattieren leidenschaftlich über kontroverse Themen. Gerade der Nachmittag gefällt mir sehr, da wir in diesen Nachmittagslektionen besonders viele Idiome, also Besonderheiten der Sprache lernen, anwenden und spielerisch ausprobieren können. Mein Fluchwortschatz übrigens, AUCH den konnte ich erweitern! Am Nachmittag wechseln zudem die Klassen, denn es sind bei weitem nicht so viele StudentInnen für die Nachmittagsklassen gebucht, wie am Morgen, da die Nachmittagslektionen Zusatzangebote für Intensiv- und Super-Intensiv-Kurse sind. Und jetzt, im Juli, besuche ich den Super-Intensiv-Kurs. Für Gewöhnlich besteht eine Klasse aus ca. 9 - 12 TeilnehmerInnen, die alle dem gleichen Sprachlevel zugeteilt sind. Meine Klasse hat Level 8 von 10 möglichen. Und jeden Freitagvormittag gibt es einen ca. 30-minütigen Test, wo wir unsere Lernfortschitte beweisen können und darstellen, dass wir etwas gelernt haben. Insgesamt stellt dieser Test einen Teil der "Aufstiegsmöglichkeiten" dar. Das heisst, wer mitmacht, mitdenkt, lernt, anwesend ist und gute Noten in den Tests schreibt, kommt ins nächste Level.

Apropos Level: Das Wetter hier ist nicht nur Level 8 oder 9, sondern einsames 10! Seit über 10 Tagen habe ich keine einzige Wolke am Himmel gesehen. Vielleicht einmal eine scheue Schleierwolke, die sich frech am Morgen über der Stadt ausgebreitet hat, aber sobald die mächtige Sonne etwas draufschien, sich dann auch gleich wieder hinter die nächsten Rockies verkrochen hat. Die Waldbrandgefahr wurde gestern auf "High" heraufgestuft und wie ihr ja von den Nachrichten her wisst, wie es in Kalifornien brennt, so kann es theoretisch auch bei uns in Vancouver und Umgebung brennen. Feuer, Zigarettenglut und andere Brennstoffe in den Wäldern sind zur Zeit absolut tabu! Die Temperaturen hingegen sind mit ca. 25°C, einem konstanten Westwind und relativ niedriger Luftfeuchte absolut ertragbar. Und so: wer unter der Woche Zeit hat, geht sich an den Stränden Vancouvers baden oder geht in die Parks und lümmelt dort relaxt herum. Auch ich durfte lümmeln: bin schon ganz braun... Letztes Wochenende war ich mit meinem ukrainischen Roommate (also kein Untermieter, der Roommate ist ein Zimmer nebenan, auch wenn es dieser Ausdruck vermuten liesse, dass er im gleichen Zimmer untergebracht wäre) im Vancouver-Aquarium, im Stanley Park und am Sonntag waren wir mit ein paar Frauen asu Holland und Brasilien auf dem Hausberg, dem Grouse Mountain, wo wir doch prompt eine vom Aussterben bedrohte Grouse, einem so genannen Rauhfusshahn, begegnet sind. The grouse on Grouse Mountain! War ein echt tolles Wochenende mit Action, Aussicht und Attraktion! Im Aquarium konnten wir einen Haifisch sezieren, viel Wissenswertes über die Unterwasserwelt erfahren und einem Beluga-Baby beim Muttermilch schlürfen zuschauen. Die Treppe auf den Berg war dermassen steil und unendlich treppig und vollgestopft mit ambitionierten "BergrennerInnen" (die sekkeln da den Berg binnen 30 Minuten hoch! 850 Höhenmeter und 2,5 Distanzkilometer - ich weiss nicht, aber bestimmt 3000 Treppenstufen!!!) Wir waren verschwitzt nach 2 Stunden oben angekommen. Und die Aussicht belohnte uns für jede gelittene Stufe: Vancouver direkt vor uns, ausgestreckt bis an den Horizont und dort erwartete uns die Vulkane Mt Baker, Mt Rainier, die Bergkette von Vancover Island, die schneebedeckten "Lions" hinter uns und die mächtigen Wälder des Umlandes. Und weit in der Ferne, ca. 200km entfernt, konnte man auch einige Industrieanlagen der Grossstadt Seattle erkennen, auch wenn dies mein Hostdaddy nicht wahrhaben wollte... Die Aussicht war einfach genial und auch er wäre entzückt über diese einmalige Weitsicht gewesen. Ach ja, es waren wirklich keine Wolken am Himmel zu sehen ;-)

Heimweh? Hatte ich auch... ja, vielleicht. Weiss nicht. Letzten Samstagvormittag (vielleicht war es auch der Kater vom Vodka vom Vorabend) lag ich arg geknickt im Bett. Alles ist so anders. Und wie Steffi gesagt hat - danke übrigens - kommt man Fernab der Heimat stark ins Grübeln über sich selber. Vieles hinterfragt man und vieles wird an einem hinterfragt. Sei es die Kultur, sei es das eigene Auftreten usw. Auch fühle ich mich hier wie an der PHZ - Leute älter als 25 Jahre findet man eher wenige. Und wenn man dann - ungeübt wie ich im Tanzen bin - in der Disco komisch herumhopst, dann grinsen einige Mexikanerinnen und zeigen auf mich... etwas bekümmert ging ich zum Tisch und den anderen zurück und bestellte nochmals einen doppelten Vodka... Eben, ich weiss nicht, ob ich den russischen Kater hatte oder die schweizer Alpenkuh. Mein Rivella bleibt jedenfalls (noch) fest verschlossen! ;-)

Fotos folgen noch - vielleicht noch heute, spätestens aber wenn ich auch von meiner Host Family auch ein paar Klicks gemacht habe!

Am Freitag gehts an ein American-Football Game und am Wochenende bin ich in der smaragdenen Stadt - Seattle, der Heimat von mighty Starbucks, von dem es hier an jeder Ecke einen gibt.

Keep on running

Gérard
von Van Gohl
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Wednesday, 9. july 2008 3 09 /07 /Juli /2008 07:15
Hallo Leute!

Meine erste Woche hier in Vancouver! Jeder Tag war ein voller Treffer oder einfach "awesome".

Diese Stadt erscheint nach einem ewig langen Flug über glitzernde Wasserflächen, Eisschollen, Gletscherlandschaften und endlos langen Bergriegeln wie ein Juwel aus dem Wald aufzutauchen. Dazwischen und davor erstrecken sich, wie einer innigen Umarmung gleich, Meeresarme. Und die Berge: sie stehen unmittelbar davor und halten schweigend, trutzig und verbergend, Wache. Irgendwo in der Ferne tauchen Wolkenkratzer stürmend auf und ich wusste, dass ich endlich am Ziel angekommen bin.

Die Luft hier ist klar und rein und duftet angenehm nach Blumen, Laub und überall nach Harz. Egal ob ich mich in den Vororten oder in der Innenstadt befinde. Manchmal riecht es auch nach Esswaren: Indisch, Chinesisch, Japanisch oder Mexikanisch. Ein Hauch von Welt umströmt den/die Besucher/Besucherin. Allgemein ist hier der Einfluss Asiens sehr auffällig: In Vancouver leben knapp 45% AsiatInnen - und stellen damit die Mehrheit dar - gefolgt von ca. 35% Europäischstammigen. Wenn man durch die Innenstadt geht, reckt man unwillkürlich den Kopf in die Luft, staunt über die hohen Häuser mit all ihren Glasfassaden, Balkonen, Balustraden und Farben. Erstaunlicherweise wirken diese Wolkenkratzer nicht einmal so hoch und die meisten dieser Bauten sind auch gerade durch ihre Architektur bewusst dezent gehalten. Viele Gebäude sind auch nicht rechteckig und bedrohlich düster. Manche sind rund, andere geschwungen, viele haben ein "Krönchen" obendrauf (ich weiss nicht warum) und manche haben einen "Hut". Irgendwie wirken diese Gebäude freundlich grüssend. Und wie die Gebäude grüssen auch die Leute mit einem einfachen "Hi" oder "Hauarjuduin?" - "Aasam" antwortet man dann, oder "fein, hauarjuduin?". Viele Leute schlendern auch durch die Stadt, die Autos fahren gemütlich durch die Strassen und legen, gerade wenn es so gutes Wetter wie diese und letzte Woche ist, ein Lächeln zur Sonnenbrille auf.

Meine Gastfamilie - so scheint es mir - könnte mit dieser Stadt geradezu aufgewachsen sein. Beide sind über siebzig und leben schon seit über 50 Jahren in Vancouver. Sie ist von England und er von Dänemark. Beide sind verrückte Gartenfreaks und so sieht auch ihr Garten dann auch aus: Ein bunter Teppich von verschiedensten Blumen erstreckt sich vom Vorgarten direkt bis in den Hinterhof: Und viele Blumen kenne ich nur vom Tropenhaus. Und hier wachsen sie - sagen wir mal nicht wie Unkraut - aber fast! Das Klima hier ist sehr günstig und zu meinem Erstaunen wachsen in der Innenstadt an manchen Orten Palmen! Und das auf 49° nördlicher Breite! Viele Geschichten kann meine Hostfamily erzählen: Hier ein Haus, das abgebrannt ist, da eine Story, hier ein Skandal. Gerade mein Host-Daddy, Hans, berichtet oft von Polizeieinsätzen und Räuberbanden, denn er war mal ein Mountie in den 70ern. Und danach Geld- und Wertsachentransporteur für eine Sicherheitsfirma. Schaurige Märchen über die Gangs von Vancouver sind es. Und manche enden nicht gut. Ich bin froh, dass sie mittlerweile solche Geschichten erzählen wollen, denn zuerst dachte ich etwas anders über sie: ich hatte das Gefühl, dass sich meine Gastfamilie sehr zurücknimmt und sich auch verschlossen oder gar zugeknöpft gab. Anfangs war ich dann auch sehr enttäuscht und ob ihrer knauserigkeit verärgert. Zum Glück hat sich das gelegt! Wahrscheinlich waren sie auch zuerst etwas zurückhaltend und warteten einfach ab.

So ist das mit dem Englisch - it works. It is, even tough, getting sometimes difficult for me to find the right words in German. Immersion begins right now! Gerade habe ich ein Buch bekommen, über eine Familie, dessen Boot kenterte und die mitten im Pazifik 39 Tage überlebt. Lesen, Fernsehen, Sprechen, Schreiben, sich erkundigen, sich zurechtfinden, andere anweisen, verstehen, widergeben. Alles auf englisch, denn hier sind 200 SchülerInnen aus 22 Nationen der ganzen Welt zusammengekommen. Die LehrerInnen können kein Wort deutsch und sind dafür MeisterInnen im Erklären: Sie wissen, dass wir Lernenden manchmal mühe haben, ein Idiom oder ein Sprichwort zu verstehen. Und gerade bei diesen kleinen Begriffen fängt das richtige, das sinngemässe Wortverständnis an. "Going ballistic", "take a cow", "you blabbermouth", "a yes-man" oder "to jump the gun". Deutsche können mit manchen Begriffen so knapp etwas anfangen, aber BrasilianerInnen oder SpanierInnen hätten Mühe. Und die KoreanerInnen erst? Sowas finde ich dann wieder spannend und vieles davon kann ich auch für den Unterricht mit Kindern sicherlich gebrauchen. Ich sauge das alles auf und bin gierig nach Neuem! Schule macht also spass? Ja, auch wenn es sehr viel Schule ist, denn 8 Stunden Englisch (pro Tag) sind kein Pappenstiel...

So, das wären die News von mir und der ersten Woche. Viel habe ich erlebt und noch so vieles könnte ich erzählen, aber das würde das Lesevermögen der Lesenden und mein Schreibvermögen arg strapazieren. Schaut euch die Bilder an. Die erzählen euch gerne von leckerem Sushi, Feuerwerk über der Innenstadt, dem traumhaften Panorama, glitzernden Häusern und gediegenen Abendstimmungen.

More to follow... ceee ya!
von Van Gohl
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Thursday, 12. june 2008 4 12 /06 /Juni /2008 21:48
Hi!

I'm really looking forward to meet you the 28th of june! You will find some preview photos some friends and I took this spring to find out who I am.

Simply click the folder (Fotoalben - Fotos for my host family) at the right side!

Love

Gérard
von Van Gohl
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Thursday, 5. june 2008 4 05 /06 /Juni /2008 21:59
Yeah, der erste Beitrag! Ab dem 27. Juni 2008 geht's los! WiederkehrerInnen werden in unregelmässigen Abständen ein paar spannende Berichte lesen, tolle Bilder sehen und crazy Links verfolgen können und hoffentlich auch kommentieren ;-)

Ich weiss, ich bekomme Heimweh... Doch jetzt schaue ich vorwärts! *freu*

Ciao!

Gérard
von Gérard Gohl
Kommentar hinzufügen - Kommentare (8)ansehen

Zufallsbilder

  • DSC02302--Desktop-Aufl-sung-.JPG
  • Lucerne01.jpg
  • Panorama3a.jpg
  • DSC02055--Desktop-Aufl-sung-.JPG
  • DSC02201--Desktop-Aufl-sung-.JPG
  • Panorama-01.jpg

Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>

Profil

  • Van Gohl
  • Gérard in Vancouver
  • Männlich
  • 19.05.1979
  • Switzerland Kriens
  • neugierig Fotografie lustig student Kochen
  • Going 3 months to Vancouver to improve my English-skills and prepare the CAE. I'm really looking forward going to Vancouver. Everybody I met told me what a nice place it is!

Über diesen Blog

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum