Wednesday, 9. july 2008 3 09 /07 /Juli /2008 07:15
Hallo Leute!

Meine erste Woche hier in Vancouver! Jeder Tag war ein voller Treffer oder einfach "awesome".

Diese Stadt erscheint nach einem ewig langen Flug über glitzernde Wasserflächen, Eisschollen, Gletscherlandschaften und endlos langen Bergriegeln wie ein Juwel aus dem Wald aufzutauchen. Dazwischen und davor erstrecken sich, wie einer innigen Umarmung gleich, Meeresarme. Und die Berge: sie stehen unmittelbar davor und halten schweigend, trutzig und verbergend, Wache. Irgendwo in der Ferne tauchen Wolkenkratzer stürmend auf und ich wusste, dass ich endlich am Ziel angekommen bin.

Die Luft hier ist klar und rein und duftet angenehm nach Blumen, Laub und überall nach Harz. Egal ob ich mich in den Vororten oder in der Innenstadt befinde. Manchmal riecht es auch nach Esswaren: Indisch, Chinesisch, Japanisch oder Mexikanisch. Ein Hauch von Welt umströmt den/die Besucher/Besucherin. Allgemein ist hier der Einfluss Asiens sehr auffällig: In Vancouver leben knapp 45% AsiatInnen - und stellen damit die Mehrheit dar - gefolgt von ca. 35% Europäischstammigen. Wenn man durch die Innenstadt geht, reckt man unwillkürlich den Kopf in die Luft, staunt über die hohen Häuser mit all ihren Glasfassaden, Balkonen, Balustraden und Farben. Erstaunlicherweise wirken diese Wolkenkratzer nicht einmal so hoch und die meisten dieser Bauten sind auch gerade durch ihre Architektur bewusst dezent gehalten. Viele Gebäude sind auch nicht rechteckig und bedrohlich düster. Manche sind rund, andere geschwungen, viele haben ein "Krönchen" obendrauf (ich weiss nicht warum) und manche haben einen "Hut". Irgendwie wirken diese Gebäude freundlich grüssend. Und wie die Gebäude grüssen auch die Leute mit einem einfachen "Hi" oder "Hauarjuduin?" - "Aasam" antwortet man dann, oder "fein, hauarjuduin?". Viele Leute schlendern auch durch die Stadt, die Autos fahren gemütlich durch die Strassen und legen, gerade wenn es so gutes Wetter wie diese und letzte Woche ist, ein Lächeln zur Sonnenbrille auf.

Meine Gastfamilie - so scheint es mir - könnte mit dieser Stadt geradezu aufgewachsen sein. Beide sind über siebzig und leben schon seit über 50 Jahren in Vancouver. Sie ist von England und er von Dänemark. Beide sind verrückte Gartenfreaks und so sieht auch ihr Garten dann auch aus: Ein bunter Teppich von verschiedensten Blumen erstreckt sich vom Vorgarten direkt bis in den Hinterhof: Und viele Blumen kenne ich nur vom Tropenhaus. Und hier wachsen sie - sagen wir mal nicht wie Unkraut - aber fast! Das Klima hier ist sehr günstig und zu meinem Erstaunen wachsen in der Innenstadt an manchen Orten Palmen! Und das auf 49° nördlicher Breite! Viele Geschichten kann meine Hostfamily erzählen: Hier ein Haus, das abgebrannt ist, da eine Story, hier ein Skandal. Gerade mein Host-Daddy, Hans, berichtet oft von Polizeieinsätzen und Räuberbanden, denn er war mal ein Mountie in den 70ern. Und danach Geld- und Wertsachentransporteur für eine Sicherheitsfirma. Schaurige Märchen über die Gangs von Vancouver sind es. Und manche enden nicht gut. Ich bin froh, dass sie mittlerweile solche Geschichten erzählen wollen, denn zuerst dachte ich etwas anders über sie: ich hatte das Gefühl, dass sich meine Gastfamilie sehr zurücknimmt und sich auch verschlossen oder gar zugeknöpft gab. Anfangs war ich dann auch sehr enttäuscht und ob ihrer knauserigkeit verärgert. Zum Glück hat sich das gelegt! Wahrscheinlich waren sie auch zuerst etwas zurückhaltend und warteten einfach ab.

So ist das mit dem Englisch - it works. It is, even tough, getting sometimes difficult for me to find the right words in German. Immersion begins right now! Gerade habe ich ein Buch bekommen, über eine Familie, dessen Boot kenterte und die mitten im Pazifik 39 Tage überlebt. Lesen, Fernsehen, Sprechen, Schreiben, sich erkundigen, sich zurechtfinden, andere anweisen, verstehen, widergeben. Alles auf englisch, denn hier sind 200 SchülerInnen aus 22 Nationen der ganzen Welt zusammengekommen. Die LehrerInnen können kein Wort deutsch und sind dafür MeisterInnen im Erklären: Sie wissen, dass wir Lernenden manchmal mühe haben, ein Idiom oder ein Sprichwort zu verstehen. Und gerade bei diesen kleinen Begriffen fängt das richtige, das sinngemässe Wortverständnis an. "Going ballistic", "take a cow", "you blabbermouth", "a yes-man" oder "to jump the gun". Deutsche können mit manchen Begriffen so knapp etwas anfangen, aber BrasilianerInnen oder SpanierInnen hätten Mühe. Und die KoreanerInnen erst? Sowas finde ich dann wieder spannend und vieles davon kann ich auch für den Unterricht mit Kindern sicherlich gebrauchen. Ich sauge das alles auf und bin gierig nach Neuem! Schule macht also spass? Ja, auch wenn es sehr viel Schule ist, denn 8 Stunden Englisch (pro Tag) sind kein Pappenstiel...

So, das wären die News von mir und der ersten Woche. Viel habe ich erlebt und noch so vieles könnte ich erzählen, aber das würde das Lesevermögen der Lesenden und mein Schreibvermögen arg strapazieren. Schaut euch die Bilder an. Die erzählen euch gerne von leckerem Sushi, Feuerwerk über der Innenstadt, dem traumhaften Panorama, glitzernden Häusern und gediegenen Abendstimmungen.

More to follow... ceee ya!
von Van Gohl
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Kommentare

sooo wie läufts in vancouver? ;-) habe gerade deinen neusten eintrag gelesen, und muss sagen, einige dinge sind mir äusserst bekannt vorgekommen... hoffe du bist über die geschichte mit dem tanzen hinweg... ;-) wäre ja schade, wenn ein paar mexikanerinnen deine party laune trüben würden... ;-) just feel the music! ;-) viel spass noch!! grüsse aus der schweiz.... corin
Kommentarnr1 gepostet von Corin am 23.07.2008 um 15h58

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Profil

  • Van Gohl
  • Gérard in Vancouver
  • Männlich
  • 19.05.1979
  • neugierig Fotografie lustig student Kochen
  • Going 3 months to Vancouver to improve my English-skills and prepare the CAE. I'm really looking forward going to Vancouver. Everybody I met told me what a nice place it is!

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